Hochprägung: Alles Quatsch oder unverzichtbares “Muß”?
Eins steht fest: Technisch ist sie längst überflüssig, denn die letzten Ritsch-Ratsch-Geräte werden schon bald abgeschafft sein. Trotzdem ist die Hochprägung bei der Kreditkarte für viele Zeitgenossen offenbar ein absolutes “Muß”, soweit es jedenfalls deutsche Kunden betrifft.
Im Grunde genommen spielt es für den täglichen Einsatz beim Einkaufen oder beim Zahlen im Internet nicht die geringste Rolle, ob die Karte nun hochgeprägt ist oder nicht: Wenn ausreichend Deckung vorhanden ist, wird die Karte auch vom Händler akzeptiert, ganz gleich ob es nun eine schufafreie Prepaid-Kreditkarte oder eine “richtige” Kreditkarte mit der begehrten Hochprägung ist.
Kein Mietwagen ohne Hochprägung?
Einzige Ausnahme sind offenbar manche Hotels, Mietwagenfirmen und möglicherweise einige Fluggesellschaften, die angeblich keine flachgeprägten Karten akzeptieren.
Hier stellt sich die Frage: Werden diese Karten nicht akzeptiert, weil si eflachgeprägt sind oder weil sie Prepaid-Karten sind? Oder schlicht weil die Prepaid-Karten kein ausreichend großes Guthaben aufweisen? Gerade bei Mietwagenunternehmen werden oft recht hohe Beträge auf der Karte geblockt, mach einer verschätzt sich hier. Wenn man sich die Diskussionen in Forenund Blogs anschaut, dann wundert man sich manchmal, wie rege offenbar Mietwagen und Flugzeuge genutzt werden. Übrigens können zumindest bei einigen Mietwagenfirmen auch Fahrzeuge mit EC-Karte gemietet werden. Es muß also gar nicht immer eine Kreditkarte sein.
Wer angibt, hat mehr vom Leben?
Es gibt auch noch einen weiteren Grund, unbedingt eine hochgeprägte Karte besitzen zu müssen oder zu wollen: Anscheinend gibt es auch Mitbürger, die eine hochgeprägte Karte nur brauchen um damit zu prahlen und einen nicht real vorhandenen Wohlstand vorzuspiegeln.
Zuguterletzt gibt es noch einige “ganz Schlaue”, die mit ihrer hochgeprägten Prepaid-Karte bei einem Händler mit Ritsch-Ratsch-Gerät (Imprinter) kaufen, ohne ein entsprechendes Guthaben auf der Karte zu haben.
Diesen Schlaubergern ist es zu verdanken, das zahlreiche ausländische Banken, die früher Debit- oder Prepaidkarten ausgegeben haben, dieses heute bei deutschen Kundennicht mehr machen – weil deutsche Schufaleichen inzwischen berüchtigt sind für den mißbräulichen Umgang mit hochgeprägten Prepaid-Kreditkarten. Wer eine Prepaid-Kreditkarte mit Hochprägung vertragswidrig überzieht, muß jedenfalls mit sofortiger Speruung und Kündigung des Kartenvertrages seitens der austellenden Bank rechnen
Inzwischen gibt es einige Anbieter für schufafreie Kreditkarten mit Hochprägung, die das Risiko eingehen, hochgeprägte Karten an deutsche Kunden auszugeben:
Wenn in einigen Jahren die Hochprägung endgültig von der Bildfläche verschwindet, sollte sich das Problem von selbst lösen…
Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit Hotels, Fluggesellschaften oder Autovermietern gemacht? WIe sieht es mit der Hochprägung im Ausland aus? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.
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Dieser Artikel gehört zum Thema: Kreditkarten ohne Schufa

… sehr schön geschrieben.
Sie haben den Nagel genau auf dem Kopf getroffen.
Hochprägung absoluter Blödsinn, das electronic-banking erübrigt dieses Altertum.
Gruss
Also zunächst muss ich sagen, dass der Artikel sehr gut geschrieben ist. Ich selber habe dringend eine Kreditkarte mit Hochprägung benötigt. Nicht, weil ich damit angeben will oder sie mein Ego poliert. Aber es ist nunmal in Deutschland und Ausland so, dass Kreditkarten ohne Hochprägung im direkten Zahlungsverkehr nicht akzeptiert werden. Klar kann man bei einigen Autovermietungen auch mit EC-Karte bezahlen. Dazu wird aber immer eine Kaution genommen und ab einer gewissen Fahrzeugklasse gibt es diese nurnoch mit Kreditkarte.
Fluggesellschaften mit denen ich fliege nehmen im Boardverkauf NUR Kreditkarten mit Hochprägung da diese noch die alte Ritsch-Ratsch verwenden.
Klar reicht eine flachgeprägte Kreditkarte für reine Internetgeschäfte aus, aber Hotels verlangen (schon wegen der Minibar) immer beim einchecken eine Kreditkarte. Und in Deutschland wird man SOFORT als “Schufaleiche” und Person ohne Bonität eingestuft, wenn man eben nicht mit einer Kredit-karte mit Hochprägung bezahlt. Es gibt auch Menschen wie mich, die mit dieser Karte am normalen Geschäftsleben teilnehmen müssen und nicht nur auf “dicke Hose” machen. Und es gibt Fälle wie mich, wo die “Schufaleichensituation” durch eine ehmalige Selbstständigkeit entstanden ist. Gehe arbeiten und verdiene eigenes Geld.
Es liegt meines Erachtens nicht an der Hochprägung, sondern an der teils billigen Machart mancher Prepaid-Kreditkarten, dass Händler manchmal kritisch schauen. Und dann fehlt neben der üblichen Angabe eines Bankennamens auf der Vorderseite auch noch die gewohnte Hochprägung.
Habe diesbezüglich mit der Prepaid der Landesbank Berlin (LBB) schlechte Erfahrungen gemacht, obwohl die Karte immer tadellos funktionierte: Oft kam z.B. an der Tankstelle oder beim Händler bei näherem Hinschauen die Frage: “Was ist das denn für ein komisches Ding?”
Ich konnte es den Händlern und Tankwarten nicht verübeln, da ich beruflich mit Betrugsdelikten und auch gefälschten Kreditkarten zu tun habe. Insbesondere die Karten von der LBB sehen aus, als habe jemand in Heimarbeit eine Blankokarte bedruckt. Ich habe viele gefälschte Karten gesehen, die auf den ersten Blick echter wirkten.
Warum ist es für große Banken wie die LBB oder die LBBW (“payango”) eigentlich so schwer, ihren seriösen Bankennamen/Logo erkennbar auf der Vorderseite anzubringen? Das ist in Deutschland absolut unüblich.
Bislang habe ich nur zwei deutsche Banken gesehen, die sich das “trauen”: COMMERZBANK und POSTBANK. Deren Prepaid-Karten sind bis auf die fehlende Hochprägung identisch mit den normalen Standard-Kreditkarten.
Ob das Bankenlogo so eine große Rolle spielt? Die Verarbeitungsqualität bei der LBB war zumindest bei meiner Prepaidkarte tatsächlich lausig. Nummernaufdruck wirkte billig, Karte begannnach 1 Jahr, sich von den Rändern her in ihre diversen Schichten aufzulösen.