Kreditkarten ohne Schufa

Vivid: Ist dieses Girokonto besser als Revolut und N26?

Es gibt ein brandneues Girokonto für das Smartphone. Schufafrei und mit einer kostenlosen Visakarte aus Metall in einem stylishen Design. Und dieses Konto kann mehr als nur Überweisungen. Es ist auf jeden Fall eine echte Alternative zu den bekannten Platzhirschen wie N26 oder Revolut. Und ich habe es getestet!

Vivid Kontoeröffnung im Handumdrehen.

Es dauert keine zehn Minuten, ein Vivid Konto per App über das Smartphone zu eröffnen. Es werden einige persönliche Daten abgefragt. Anschließend sollten Sie einen Personalausweis oder einen Reisepass zur Hand haben. Es folgt eine Identifikation per Videocall, bei dem die Ausweisdaten verifiziert werden und das Konto freigeschaltet wird.

Mehr Informationen auf der VIVID Webseite

Anschließend wird die Email verifiziert und eine Steueridentifikationsnummer angegeben. Das Konto ist bereits vorher einsatzbereit. Mit dem Eintragen der Steuernummer können Sie sich einige Wochen Zeit lassen. Vergessen sollten Sie es nicht, denn das Konto wird sonst blockiert, wenn die Steuernummer nicht eingetragen wird.

Stylische Visa-Karte aus Metall.

Vivid Visacar
Vivid Visacard Rückseite

Es gibt bei Kontoeröffnung eine kostenlose Metallkarte. Wobei das „kostenlos“ so nicht ganz zutreffend ist, wir werden uns das im Teil über die Tarife näher ansehen. Das Design der Vivid Visakarte ist ungewöhnlich. Die Karte ist nahezu unbedruckt. Es handelt sich um eine Metallkarte, auf der sich außer dem Vivid-Schriftzug, dem Chip und dem Visa-Logo keine weiteren Informationen aufgedruckt oder eingeprägt sind.

Weder der Name des Karteninhabers noch die Kartennummer oder der CCV-Code sind auf der Karte eingeprägt. Wenn diese Karte verloren oder gestohlen wird, kann der Finder oder der Dieb damit nichts anfangen. Nur das kontaktlose Bezahlen im Laden würde funktionieren. Die Kontonummer und die weiteren Daten der Karte sind ausschließlich über die App zugänglich.

Hochprägung bei Kreditkarten verschwindet langsam.

Damit scheint sich zu bewahrheiten, was ich vor einigen Jahren prophezeit habe: Das die herkömmlichen Kreditkarten mit ihrer dicken Hochprägung allmählich verschwinden werden, weil sie unnötig Platz in der Brieftasche benötigen und eine Hochprägung technisch keinen Sinn mehr ergibt. Ursprünglich war die erhabene Schrift bei Kreditkarten für die Verwendung in Imprintern gedacht.

Das waren die alten mechanischen Ritsch-Ratsch-Geräte, in denen die Kreditkarte durchgezogen wurde und die Zahlen sich wie bei einem Stempel auf einen Beleg gedrückt haben. Dieses Verfahren gibt es seit gut 15 Jahren nicht mehr und damit ist die Hochprägung bei Kreditkarten endgültig obsolet.

Ein Konto mit vielen Taschen zum Sparen

Das Vivid-Konto wird komplett mit dem Smartphone über die App verwaltet. Es präsentiert sich sehr aufgeräumt und übersichtlich. Deutlich übersichtlicher als zum Beispiel das Revolut-Girokonto. Was beim Revolut-Konto die „Vaults“ sind, sind bei Vivid die „pockets“. Unterkonten, auf denen Geld für bestimmte Zwecke angespart werden kann. Dabei hat bemerkenswerter Weise jedes Unterkonto eine eigene IBAN, so dass auch Zahlungen von Dritten mit diesen Unterkonten empfangen werden können. Bis zu 15 solcher Unterkonten können angelegt werden und jedes Konto kann mit der Visakarte verknüpft werden.

Unkompliziert in Aktien investieren.

Ebenso wie das Revolutkonto bietet wie Vivid die Möglichkeit, mit geringen Beträgen in (amerikanische) Aktien zu investieren. Z. B. kann man aus dem Cashbackprogramm erhaltene Zahlungen automatisch in Aktien anlegen und auf diese Weise langsam, sicher ein kleines Vermögen aufzubauen.

Diese Funktion kann ein vollwertiges Wertpapierdepot nicht ersetzen. Es kann nämlich nur in bestimmte Aktien und ETFs von nordamerikanischen Firmen investiert werden.

Das Vivid Cashback-Programm

Es gibt ein umfangreiches Cashback-Programm, wenn man die Vivid Visakarte benutzt. Für Zahlungen bei ausgewählten Partnern wie z.B. REWE oder Lieferando gibt es 5 % Cashback, und zwar bis zu 200,00 EUR/Monat. Dieses Geld wird von vorneherein in einer Aktie angelegt, die man sich aussuchen kann. Damit profitiert man automatisch von steigenden Aktienkursen. Natürlich kann man auch sonst Geld in Aktien oder ETFs investieren.

Wer die Premiumversion nutzt, bekommt auf alle Zahlungen, die außerhalb der EU getätigt werden, 1% Cashback. Auf Ausgaben in Restaurants und Cafés gibt es sogar 3 % Cashback, immer unter der Voraussetzung, dass Vivid Premium genutzt wird.

Ein ideales Konto für Weltreisen – Zahlen Sie mit bis zu 100 Währungen

Das Vivid-Konto unterstützt in der Premium-Version 100 Währungen. Man kann vor Reiseantritt Geld in die Landeswährung umtauschen und das passende Währungskonto mit der Visakarte verknüpfen. Auf diese Weise fallen vorneherein keinerlei Fremdwährungsgebühren an. Vivid erkennt im Ausland automatisch die richtige Währung und „bedient“ sich dann aus der Währungspocket.

Nicht nur wegen der fehlenden Fremdwährungsgebühren ist das Vivid-Konto interessant.

Wie sicher ist das Vivid-Konto?

Im Gegensatz zu vielen anderen Fintechbanken steht eine „richtige“ Bank hinter Vivid. Es ist die Solaris Bank, die die eigentliche Bankeninfrastruktur wie Kontonummern etc. zur Verfügung stellt. Damit sind alle Guthaben auf dem Vivid-Konto bis zu einer Größenordnung von 100.000 Euro über die gesetzliche Einlagensicherung vor Bankenpleiten geschützt.

Im Falle einer neuerlichen Finanzkrise könnte sich das als Vorteil gegenüber einem Konto bei einem sogenannten E-Money-Anbieter sein, die nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen und bei denen somit das Verlustrisiko höher ist.

Was kostet Vivid?

Es gibt eine kostenlose Version von Vivid, die ohne Grundgebühren auskommt, sowie eine kostenpflichtige Premiumversion, die 9,99 im Monat kostet. Das klingt zunächst nach viel Geld. Allerdings kann mit der Premiumversion bis zu 1.000 Euro im Monat kostenlos am Geldautomaten abheben und bekommt deutlich attraktivere Cashback-Angebote.

Insbesondere wer häufig verreist, könnte mit der Premiumversion besser bedient sein, da es dann für alle Zahlungen außerhalb des Euro-Raumes 1 %. Wer nur kleine Summen – wenige hundert Euro pro Monat – mit Vivid ausgibt, ist mit der kostenlose Variante besser bedient. Hier sind dann 200,00 EUR kostenlose Barabhebung per Monat verfügbar.

Zur Einführung 3 Monate Premium.

Man startet auf jeden Fall mit der Premiumversion. Es gibt eine kostenlose 3-monatige Probezeit, nach deren Ablauf man die Wahl trifft, ob das Premiumkonto für 9,99 EUR / Monat genutzt wird oder ob es lieber die kostenlose Version sein soll. Bei dem kostenlosen Konto gibt es nach Ablauf der ersten Karte keine weitere Metallkarte mehr, sondern anschließend nur noch eine herkömmliche Karte aus Plastik.

Die erste Karte ist in jedem Fall gratis, für Zusatzkarten fallen folgende Gebühren an:

Vivid Prime:

  • Erste Metallkarte kostenlos
  • Zweite Metallkarte – 20€
  • Erste virtuelle Karte kostenlos
  • Für jede zusätzliche virtuelle Karte – 1€

Vivid Standard:

  • Erste Plastikkarte kostenlos
  • Zweite Karte – 10€
  • Virtuelle Karte – 1€

Interessantes Konto, ernst zu nehmende Alternative zu Revolut

Fazit: Vivid ist ein durchdachtes Konto mit einer sehr schönen, übersichtlichen und gut verständlichen App. Der Premiumtarif kann für Kunden, die die Karte häufiger im Ausland nutzen und größere Barabhebungen vornehmen, vorteilhaft sein. Wenn dies nicht der Fall ist, ist der Standardtarif die bessere Lösung , denn die Gebühren summieren sich sonst auf knapp 120,00 EUR pro Jahr – das muss man per Cashback erst einmal wieder herausholen.

Hier finden Sie mehr Informationen auf der Vivid-Webseite

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3 Gedanken zu „Vivid: Ist dieses Girokonto besser als Revolut und N26?“

      • @Markus70: Das kann ich so nicht bestätigen. Meine Erfahrung als langjähriger „meine-schufa“ Nutzer ist, dass sich ein zusätzliches Girokonto anfangs sehr wohl negativ auf den Basis-Score auswirkt, auch wenn (vielleicht auch gerade weil?) kein Dispositionskredit für dieses Konto eingerichtet wird. Das ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung.

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