iCard – Ein Multiwährungskonto aus Bulgarien mit Metall Visakarte.

Es gibt einen Anbieter der eine ganz interessante Kontolösung aus Bulgarien anbietet. Man erhält ein Multiwährungskonto und eine Visakarte – ohne irgendwelche festen Kontogebühren. Das Ganze ist nicht uninteressant, zumal es auch möglich ist, bei iCard Geschäftskonten zu eröffnen.

Wer kann ein iCard-Konto eröffnen?

Im Prinzip kann jeder, der volljährig ist, ein iCard-Konto eröffnen. In der Praxis gibt es die Einschränkung, dass man volljährig sein muss und den Wohnsitz in einem der folgenden Länder haben muss: Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Italien, Litauen, Liechtenstein, Lettland, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal , Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz und Großbritannien.

Auch Ausländer, die ein Visum für eines der genannten Länder haben, dass zu einem längeren Aufenthalt berechtigt, können ein iCard-Konto eröffnen.

Wie wird das Konto eröffnet?

Ein iCard-Konto zu eröffnen ist denkbar simpel. Entweder man lädt die App direkt auf das Smartphone und eröffnet das Konto oder man trägt die Mobilfunknummer auf der Webseite ein und bekommt dann direkt einen Downloadlink zugesandt. Es müssen im Verlauf der Kontoeröffnung die üblichen persönlichen Daten angegeben werden, die international von nahezu allen Banken und Zahlungsdienstleistern verlangt werden, um ein Konto zu eröffnen. Zum Schluss erfolgt eine Überprüfung per Videocall und schon ist die iCard-Wallett voll einsatzbereit.

Man kann dabei wirklich nichts falsch machen. Das Konto kann dann sofort eingesetzt werden. Die Visakarte kommt dann einige Tage später mit der Post.

Was kann das iCard-Konto?

Das iCard-Konto kann das, was ein normales SEPA-Konto kann. Also ein- und ausgehende Überweisungen, Lastschriften. iCard verhält sich hier nicht anders als ein normales SEPA-Konto einer deutschen Bank. Eine Besonderheit gegenüber deutschen Anbietern ist die Option, zusätzliche Konten in Fremdwährungen hinzuzufügen, auf die auch direkt Geld überwiesen werden kann. Diese Funktion finden wir in ähnlicher Form auch bei Revolut und bei Transferwise.

Was kann die iCard-Karte?

Bei der zum Konto gehörenden Karte handelt es sich um eine Visa Debitkarte. In der Standardversion handelt es sich um eine normale Debitkarte. Auffällig ist allenfalls das vertikale Design, das aber auch bei anderen Banken immer häufiger anzutreffen ist. Die Karte ist nicht hochgeprägt, was aber nicht weiter überraschend ist, da flache Karten sich in Zukunft durchsetzen werden. Die Karten verfügen natürlich über kontaktloses Zahlen und funktionieren auch mit ApplePay oder Google Pay.

Die iCard-Karte kann auch mal zu Hause bleiben

iCard ermöglich nicht nur die kontaktlose Zahlung mit Google Pay und ApplePay, es bietet außerdem auch eine eigene digitale Wallet, mit der direkt kontaktlos an der Kasse bezahlt werden kann, auch wenn kein GooglePay oder ApplePay auf dem Smartphone installiert sind. iCard gehört damit zu den wenigen europäischen Anbietern, die so eine Funktion unabhängig von den beiden großen US-Giganten anbieten.

Als zusätzliches Gimmick gibt es einen kleinen Anhänger für das Schlüsselbund, der ebenfalls dank NFC-Funktion zum bargeldlosen Zahlen an der Kasse verwendet werden kann. Im Alltag kann die Visakarte also im Grunde schon zu Hause bleiben. Das Smartphone wird in Zukunft mehr und mehr die Kreditkarte ersetzen und iCard ist jedenfalls bestens darauf vorbereitet.

Lohnen sich die kostenpflichtigen Pläne?

Auch bei iCard gibt es neben dem kostenlosen Tarif auch zwei kostenpflichtige Pläne, die unter anderem höhere Limits und außerdem zusätzliche Funktionalitäten für die Visa-Karten freischalten. Es gibt zwei verschiedene kostenpflichtige Upgrades, eines für 9,99 EUR/Monat und eines für 13,99 EUR/Monat. Beide Upgrades beinhalten eine Visa „Infinite“ Debitkarte, die ein zusätzliches Reiseversicherungspaket, einen Conciergeservice und einen Loungezugang für Flughäfen enthält. In der aufwändigsten Person gibt es zudem eine Visa Infinite aus Metall.

Bis zu 1 % Cashback auf alle Ausgaben mit der Visa Infinite Metal.

Die Metallkarte hat es in sich. Wer größere Summen mit der Karte umsetzt, kommt jedenfalls auf seine Kosten. Auf alle Ausgaben außerhalb der Europäischen Union, die mit der Karte getätigt werden, gibt es satte 1 % Cashback. Auf alle Ausgaben innerhalb Europas immerhin noch 0,2 %. Wer z.B. auf einer Auslandsreise in einem Monat 1400 Euro mit der Karte ausgibt, hat die Monatsgebühr schon wieder reingeholt.

Wer steht hinter iCard?

iCard ist ein bulgarisches Fintechunternehmen, dass schon im Jahr 2007 gegründet ist. Seit 2008 ist iCard Mastercard angeschlossen, 2009 folgt Visa und die Teilnahme an SWIFT. Seit 2017 ist iCard auch an das SEPA System angeschlossen und ermöglicht somit ein- und ausgehende SEPA-Überweisungen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist es eine gute Lösung für alle denkbaren Zahlungsaufgaben. 2019 schließlich wurden auch Google Pay und ApplePay integriert. 2020 folgte dann die Ausgabe der Metall-Visakarte.

Bis vor etwa einem Jahr existierte auch noch die Marke Leopay, vormals Leupay, die dann aber schließlich eingestellt wurde. Die Leopay-Konten wurden in iCard übernommen, Leopay-Karten bleiben bis zum Ablaufdatum gültig.

Was kostet iCard?

iCard ist nicht kostenlos, es fallen in jedem Fall Transaktionsgebühren an. Kontoführungsgebühren, Stand 16.04.2021

Basisgebühren
KontoeröffnungKostenlos
MonatsgebührenKostenlos
JahresgebührenKostenlos
Interne Überweisungen
Geld auf ein anderes iCard-Konto sendenKostenlos
Geld von einem anderen iCard-Konto empfangenKostenlos
 
Gebühren für Einzahlungen
Einzahlung per Trustly1.5%, Min. 1.50 EUR, Max. 10.00 EUR
Einzahlung per BanküberweisungFree of charge
Einzahlung mit Consumer MasterCard/VISA, ausgegeben in der EU0.5%, Min. 0.10 EUR
Einzahlung mit anderer MasterCard/VISA/JCB 11.5%, Min. 0.75 EUR
Gebühren für ausgehende Überweisungen
Innerhalb von iCardFree of charge
Überweisungen in Bulgarischer Währung0.50 EUR
SEPA- Überweisung1.00 EUR
Überweisung in EUR außerhalb der EU and EEA – SHA10.00 EUR
Überweisung in EUR außerhalb der EU and EEA – OUR15.00 EUR
Ausgehende Überweisung in CHF – ‚SHA‘4.00 EUR
Überweisung in CZK 4.00 EUR
Überweisung in PLN 15.00 EUR
Überweisung in RON 4.50 EUR
Überweisung in GBP nach UK – SHA 24.50 EUR
Überweisung in GBP innerhalb EU und EEA Länder – SHA4.50 EUR
Überweisung in GBP innerhalb EU and EEA Länder – OUR4.50 EUR
Überweisung in HRK
(Überweisungsbetrag in Euro hängt vom Wechselkurs am Tag der Überweisung ab))
≤ 500.00 EUR2.50 EUR
> 500.00 EUR and ≤ 10,000.00 EUR7.50 EUR
Internationale Überweisung – ‚SHA‘0.2%, Min. 5.00 EUR
Internationale Überweising – ‚OUR‘ (includes the fee for ‚SHA‘) 3+ 25.00 EUR
Andere Gebühren:
Rücküberweisung von Restguthaben bei Kontoschließung15.00 EUR
SEPA Lastschrift0.50 EUR
Lastschrift Widerruf1.00 EUR
Kontoauszug auf Papier2.50 EUR
Steuerzahlungen0.25 EUR

Limits von Konto und Karte

Zunächst einmal:iCard bietet auch in der Basisversion bereits recht ordentliche Limits für Karte und Konto. Wer sich allerdings für eine der kostenpflichtigen Versionen entscheidet, kann mit dem Konto noch wesentlich größere Summen bewegen.

Hier ist eine Übersicht über die Limits und die Kartengebühren.

Fazit: Kein Billigkonto, aber trotzdem interessant.

Das iCard-Konto verursacht zwar keine fixen laufenden Kosten (wenn man sich nicht für eine der Premiumversionen entscheidet), dafür fallen aber Gebühren für einzelne Transaktionen an. Diese Gebühren können sich durchaus zu größeren Beträgen zusammen läppern, wenn zum Beispiel viele ausgehende Überweisungen getätigt werden. Das iCard hat eine gute Funktionalität, die App ist übersichtlich und auch in dem Onlinebanking für den Desktopcomputer findet man sich auf Anhieb gut zurecht.

Wer einfach nur ein Feld- Wald- und Wiesenkonto sucht, auf dass vielleicht Sozialleistungen eingezahlt werden, ist bei iCard wohl eher falsch, denn da gibt es günstigere Lösungen. Zum Beispiel Vivid Money, Revolut oder N26. Allerdings hat iCard den Vorteil, dass garantiert keine Schufaabfrage stattfindet, da das Unternehmen ein bulgarisches SEPA-Konto anbietet.

Interessant ist das Konto auch für alle, die einen Bezug zu Bulgarien haben. Durch die Möglichkeit, in Bulgarien auch Bargeld am Automaten auf das Konto einzahlen zu können, ist das Konto natürlich besonders interessant, wenn der Wohnsitz auch in Bulgarien ist.

Bulgarisches Konto mit Visa Infinite

Hier findest Du mehr Informationen direkt auf der Webseite des Anbieters

Benutzen Sie das iCard-Konto? Wenn ja, wie ist ihre Meinung? Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Anbieter gemacht? Ich freue mich auf ihren Kommentar, Ihre Meinung und Ihre persönlichen Erfahrungen sind eine wertvolle Erweiterung für diesen Blog und von großem Interesse für meine Leser.

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3 Gedanken zu „iCard – Ein Multiwährungskonto aus Bulgarien mit Metall Visakarte.“

  1. Hallo,
    klingt ja alles sehr vernünftig. Ist das Konto auch vor fremden Zugriffen – z.B. Insolvenz geschützt?

    Antworten
  2. Ich hatte das Konto damals noch über Leypay als Geschäftskonto gegründet und dann auch die Umstellung auf iCard mitgemacht. Bisher hat immer alles geklappt. Die Überweisungen werden auch sehr schnell durchgeführt, teilweise noch am gleichen Tag.

    Das Geschäftskonto hatte ich wieder gekündigt, weil damals nach der Umstellung die Gebühren sehr hoch waren. Inzwischen scheint es aber wieder auch ein kostenloses Geschäftskonto zu geben.

    Antworten

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