Avuba – nur eine Taschengeldbörse oder kommt noch mehr?

  • 3. Januar 2015

Eigentlich wollte das Startup Avuba ja das Girokonto komplett neu erfinden. In letzter Zeit hat sich leider nicht mehr allzu viel getan.  O.K., es gibt eine App und man kann mit der App tatsächlich Geld an andere Leute versenden (Ich habe es ausprobiert und es funktioniert). Im Moment kann man Avuba gut benutzen, um Freunden kleinere Geldsummen zu leihen oder Dinge wie WG-Kosten abzurechnen. Von der vollen Funktionalität eines Girokontos ist Avuba aber leider noch weit entfernt.

Avuva kann zwar in der Tat schon jetzt eine ganze Menge Dinge, die ein Girokonto nicht kann, zum Beispiel Geld nur an eine E-Mailadresse versenden, ohne dass man eine Bankverbindung des Empfängers haben muss – aber leider spielt sich das Ganze noch auf Taschengeldlevel ab. Die Limits sind sehr niedrig angesetzt, so dass man mit Avuba faktisch derzeit nur Kleingeld unter Freunden transferieren kann.

Avuba – Leider bis jetzt nur für Kleingeldbeträge zu gebrauchen

avubaAlles das was ein „richtiges“ Girokonto kann, kann Avuba zur Zeit leider eben noch nicht. Es gehen bisher weder herkömmlich SEPA_Überweisungen oder Lastschriften, noch kann man bisher Bargeld abheben oder mit der Mastercard zahlen. All diese Funktionen sollen zwar noch nachgeliefert werden, aber mein Eindruck ist der, dass der Zeitpunkt dafür doch noch weiter in der Ferne liegt als ursprünglich gedacht. Jedenfalls hat sich in den letzten Monaten bei Avuba nichts Auffälliges mehr getan, von kleineren Verbesserungen an der App abgesehen.

Wie gesagt, die Grundidee ist gut und die App funktioniert auch wunderbar – aber wir brauchen Avuba als vollwertiges Girokonto, nicht als App für Portokassenbeträge, dafür kann ich auch Paypal nehmen. Oder auch ganz einfach Bargeld. Natürlich ist es kein Kinderspiel in Deutschland mit seinem hochregulierten Umfeld als Newcomer Bankdienstleistungen anbieten zu wollen und ich möchte nicht wissen, welche bürokratischen Hürden dabei genommen werden müssen.

Wann kommt die Avuba Mastercard?

Wenn ich mich recht entsinne, wollte Avuba ja auch keine eigene Banklizenz beantragen, sondern für den Teil der Geschäfte, für die eine Banklizenz benötigt wird, die Dienste einer Partnerbank nutzen, die sich um die technische Abwicklung von Überweisungen und die Ausgabe der Prepaid Mastercards kümmern sollte. Möglich, dass es hier irgendwo im Getriebe knirscht. Aber das ist Spekulation, genaueres weiß ich dazu leider auch nicht. Eine E-Mail mit einer Reihe von Fragen, die ich an den Avuba Kundenservice geschickt hatte, ist leider ohne Antwort geblieben. Es gab Gerüchte, dass im Verlauf des Frühjahrs die Avuba Mastercard kommen soll – irgendwas Handfestes ist dazu aber nirgends zu finden.

Alternative Number26: Ist die Konkurrenz schneller?

Schauen wir mal, wie es bei Number26 weitergeht. Derzeit habe ich den Eindruck, dass man hier schon weitergekommen ist. Immerhin hat man bei Number26 schon Prototypen der Mastercard getestet. Vielleicht verfolgen beide Startups ja auch eine unterschiedliche Herangehensweise. Während Avuba anscheinend Stück für Stück aufgebaut wird, will man bei Number26 offenbar das komplette Paket aus einem Guss liefern. Ich bin jedenfalls nach wie vor gespannt, wann sich bei den beiden was tun. Die Bankenlandschaft in Deutschland bräuchte dringend etwas frischen Wind.

Zu Webseite von Avuba

Über den Autor Markus Gäthke

Zuverlässige Informationen über schufafreie Kreditkarten. Seit 2008 informiert Markus Gäthke auf diesem Blog über schufafreie Kreditkarten. Was als Hobbyprojekt begann, ist inzwischen die wohl umfangreichste Webseite zu diesem Thema.

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