Number26 im Shitstorm – Warum Gratis nicht immer besser ist.

Number26 im Shitstorm – Autsch, da haben sich die Jungs von Number26 aber richtig in die Nesseln gesetzt. Ich hatte ja schon immer meine Zweifel, ob dieses bisher kostenlose Angebot weiter  für alle zugänglich bleiben würde – und ob es wirklich dauerhaft kostenlos bleibt. Erste Zweifel kamen mir, als mir das Partnerprogramm gekündigt wurde, weil man offenbar nicht (mehr) an Kunden mit Schufa-Problemen interessiert war.

Kein Wunder, hat die Wirecardbank doch für diese Zielgruppe das überteuerte Prepaid Trio im Angebot. Offenbar kann man aber auch sonst bei Number26 als Kunde schnell in Ungnade fallen. Denn die Bank hat etlichen Hundert Kunden die Girokonten gekündigt – Mit einer Frist von zwei Monaten. Warum wurde den Kunden gekündigt? Man glaubt es kaum – Number26 hat die Leute vor die Tür gesetzt, weil sie ihre Mastercard zu oft für Barabhebungen genutzt haben.

Number26 im Shitstorm: Kunden toben auf facebookseite

Die Kunden reagierten mehr als angesäuert und auf der Facebookseite von Number26 wurde sich heftig beschwert. Die Folgen: Die Bewertung des Produkts durch die User ging massiv in den Keller. Nochmal zusätzliches Öl hat Number26 ins Feuer gegessen, als dann Mitarbeiter des Unternehmens Eigenbewertungen mit 5 Sternen abgegeben haben, um das Ergebnis wieder nach oben zu ziehen. Oder was immer die Motivation dafür gewesen sein mag. Das Problem ist, dass Number26 mit dem Anspruch angetreten ist, alles besser zu machen als die etablierten Banken. Mit solchen Aktionen wird dieser Anspruch natürlich ad absurdum geführt. Die Leute, die schon immer Vorbehalte hatten, weil sie die Wirecardbank nicht mögen, werden sich jetzt sicherlich bestätigt fühlen.

Was umsonst ist, muss nicht immer gut sein

Bei Number26 zeigt sich wieder, dass die Geiz-ist-Geil-Mentalität ihre Nachteile hat. Lieber ein Konto mit moderaten und fairen Gebühren, bei dem man die Gewissheit hat, dass einem nicht plötzlich aus willkürlichen Gründen gekündigt wird, als ein Girokonto mit Mastercard zum Nulltarif, dass man nur solange nutzen kann, wie man der Bank keine zu großen Kosten verursacht. Ein Konto zum Nulltarif ist nicht viel wert, wenn man jederzeit damit rechnen muss, dass einem gekündigt wird, weil man bestimmte Funktionen zu häufig nutzt. Eins steht fest: Mit dieser Aktion hat sich Number26 selbst ein Bein gestellt. Eigentlich schade, denn Number26 hat vieles richtig gemacht. Zum Beispiel die extrem einfache und unbürokratische Kontoeröffnung mit Identcheck per Webcam. Oder die übersichtliche und gut zu handhabende App.

Jetzt wird man dort einiges zu tun haben, um den Schaden in Grenzen zu halten. Wird es künftig Grenzen für Barabhebungen geben? Noch so eine Kündigungswelle kann sich Number26 nicht leisten. Es bewahrheitet sich jedenfalls wieder: Es gibt nichts umsonst…

Alternativen zu Number26:

Natürlich die Fidor Bank…

Über den Autor Markus Gäthke

Zuverlässige Informationen über schufafreie Kreditkarten. Seit 2008 informiert Markus Gäthke auf diesem Blog über schufafreie Kreditkarten. Was als Hobbyprojekt begann, ist inzwischen die wohl umfangreichste Webseite zu diesem Thema.

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